Kaiserpfalz

In den verschiedenen Reichen hält kein Palast
mit dem kaiserlichen von Lautern einen Vergleich aus.

Thomas von Wykes

 

Die Entwicklung Kaiserslauterns zur Stadt wurde durch den Staufer Friedrich I., Barbarossa entscheidend gefördert. Wohl bald nach seiner Krönung zum König (1152) ließ er in Kaiserslautern einen prachtvollen Palast bauen, von dem leider nur noch spärliche Reste erhalten sind. Barbarossas Biograph Rahewin schilderte ihn um 1160 folgendermaßen:

In Lautern hat er seine Pfalz aus roten Steinen errichtet und mit besonderem Aufwand ausgestattet. Denn auf der einen Seite ist sie von einer überaus starken Mauer umschlossen, auf der anderen Seite umspült sie ein Fischteich, groß wie ein See, der alle Delikatessen an Fisch und Geflügel reichlich enthält, ein Schmaus für Augen und Gaumen. Daran stößt ein Tierpark, der Hirsche und Rehe in großer Zahl ernährt. Die königliche Pracht von all dem und die unbeschreibliche Fülle versetzt den Betrachter in Staunen.

(Zitiert nach Dolch/Münch: Urkundenbuch der Stadt Kaiserslautern, Teil 1, Arbogast, Otterbach, 1994)

Kaiser Friedrich Barbarossa gründete darüber hinaus ein Prämonstratenser-Stift, dem er das Hospital und die Seelsorge übertrug.

Mindestens siebenmal hielt er mit großem Gefolge Hof in seiner Pfalz in Kaiserslautern.

1190 ertrank Friedrich Barbarossa während eines von ihm geführten Kreuzzuges in Kleinasien.

Sein Andenken blieb in Kaiserslautern lebendig. Bei der Grundsteinlegung der Fruchthalle im Jahre 1843 gab der Bayerische König Ludwig I. Kaiserslautern den Beinamen "Barbarossastadt".

6. bis 11. Jahrhundert

Ausgrabungen auf dem Hügel, die 1991/1992 stattfanden, förderten ein Gräberfeld mit bandkeramischen Funden aus dem 6. Jahrhundert vor Christus zutage, der früheste Nachweis von Besiedlung auf dem Gelände der Burg. Im Jahre 830 ist der Ort als Villa Luhtra bezeugt und man vermutet dass dieser im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnte karoliningische Königshof bereits im 7. Jahrhundert an derselben Stelle stand. Ursprünglich noch eine Nekropole mit 188 nachgewiesenen Gräbern auf einer Fläche von 1400 m². Dieser Hof kam 985 an die Salier und wurde 1114 noch als curtis (lat. Hof) bezeichnet. Eine im 10. Jahrhundert in spätsalischer Zeit errichtete 1,40 m starke Wehrmauer entlang der östlichen und südlichen Begrenzung konnte nachgewiesen werden. Man vermutet, dass sich niederadelige Ministeriale in der burgähnlichen Ansiedlung aufhielten, der heute noch gebräuchliche Name Rittersberg wurde überliefert.

12. bis 14. Jahrhundert

Die mächtige Pfalz war ein vollkommener Neubau, keine Erneuerung der bestehenden Befestigung, und wurde von 1152 bis 1158 von Kaiser Friedrich Barbarossa als sein so bezeichnetes domum regalem (lat. Heim des Königs) errichtet. Ab 1162 hatte er Gotfried von Lutra, der später zum Stammvater der Ritter von Hohenecken wurde, als Burgverwalter eingesetzt. In den folgenden Jahren wurde die Burg regelmäßig von Herrschern besucht, so z. B. von Barbarossa mit seinem Sohn Heinrich VI. im Jahr 1184. In den Jahren 1214, 1215 und 1217 weilte hier Kaiser Friedrich II., der zudem 1234 auf der Burg einen Hoftag abhielt. Unter Friedrich II. fand 1215 eine Umgestaltung der Anlage statt.

König Richard heiratete 1269 in der dem heiligen Nikolaus geweihten Doppelkapelle der Burg seine Braut Beatrix von Valkenburg. Im Jahr 1305 wurden als Burgmannen des Königs zu Lautern 13 Adelige eingesetzt, darunter auch die Grafen von Zweibrücken-Bitsch. Die Anlage kam 1322 an Johann den Blinden von Böhmen, 1332 an dessen Sohn, den Erzbischof Balduin von Trier, und wurde zuletzt 1357 an die Kurpfalz verpfändet. Daraufhin waren kurpfälzische Oberamtsleute auf der Burg eingesetzt. Weitere Baumaßnahmen wurden wohl im Jahre 1367 durchgeführt, als Kurfürst Ruprecht I. Zolleinnahmen zum Ausbau der Burg verwenden durfte.

16. bis 19. Jahrhundert

Pfalzgraf Johann Casimir ließ zwischen 1570 und 1580 in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kaiserpfalz ein prächtiges Renaissanceschloss errichten. Kaiserpfalz und Schloss wurden sowohl 1635 als kaiserliche Truppen des Generalfeldzugmeisters Melchior von Hatzfeld die Stadt stürmten und teilweise einäscherten, als auch 1688 im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen stark beschädigt. 1703 setzten die Franzosen das Schloss in Brand und sprengten es schließlich.

Kaiserpfalz in Kaiserslautern um 1740

Ansicht der Kaiserpfalz 1740

1714 ließ Kurfürst Johann Wilhelm die Überreste der Kaiserpfalz vereinfacht zu einem Jagdschloss ausbauen. Es diente als Verwaltungssitz, bis Truppen der Französischen Revolution es 1792 niederbrannten. In dem notdürftig wieder aufgebauten Schloss erhielt 1804 der Landschreiber Horn seinen Sitz, 1813 wurde die Ruine von der französischen Verwaltung versteigert, was später teilweise den Abbruch und massive Umgestaltung nach sich zogen. 1820 wurde die Nordwestecke komplett abgerissen und das pfälzischen Zentralgefängnis der königlich-bayerischen Regierung dort erbaut. Im Jahre 1842 wurde der südöstliche Abschnitt mit dem Schloss zur Privatbrauerei B. C. Waechter zur Kaiserburg ausgebaut.

Neuzeit

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden 1934 die neueren Gebäude abgerissen. Die letzte wesentliche Veränderung am Johann-Casimir-Schloss erfolgte 1935.

Seit 1960 laufen mit Unterstützung eines Förderkreises umfangreiche Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten. Beim Bau des Kaiserslauterer Rathauses 1968 wurde angeblich wegen nachlässiger Planung ein Teil der Kaiserpfalz unwiederbringlich zerstört. Die Grabungen, welche im Zusammenhang mit dem Rathausbau durchgeführt wurden, seien bis heute nicht wissenschaftlich analysiert.

Wegbeschreibung

Demnächst mehr...

Und zu guter Letzt noch eine Wegbeschreibung, gar welche Ihr benützen mögt, so Ihr die Kaiserpfalz Kaiserslautern einmal besuchen wollt.

(Derzeit noch in Vorbereitung...)